Erst am 16. September 2026 habe ich hier über die „polizeikarte.de“ [1] berichtet. Mittlerweile hatte ich Kontakt zu Mathias Ziegler, dem Protagonisten des Projektes. Er teilte mir mit, dass es eine ganze Menge erwähnenswerter Neuigkeiten zu diesem unabhängigen Datenprojekt gebe, z.B., warum aus der „Polizeikarte“ jetzt die „Tickerkarte“ [2] wurde. Ich gebe seine Infos hier gern weiter, es ist quasi ein Gastbeitrag. Danke Mathias!

Hier die Neuigkeiten von Mathias
(Auszug aus der Mail)
„Warum der neue Name: „Polizei“ ist als Bezeichnung den Ländern vorbehalten, und ich wollte jeden Eindruck vermeiden, es handle sich um ein behördliches Angebot. Deshalb heißt das Projekt seit dem 5. Oktober TICKERKARTE unter https://tickerkarte.de [2] polizeikarte.de [4] leitet dauerhaft weiter, alle Pfade sind gleich geblieben. Inhalt und Betreiber sind unverändert: privat, unabhängig, werbefrei.
Bestand: 84.000 Vorfälle aus 386 Orten in allen 16 Bundesländern (im September: 63.600 aus 260 Orten in 14 Ländern). Neu dazugekommen sind unter anderem 33 NRW-Behörden sowie Mecklenburg-Vorpommern und Bremen als Volltextquellen, dazu viele Gemeinden in Oberbayern.
Verortung: Statt Nominatim läuft die Straßen- und Kreuzungssuche seit Ende September gegen einen eigenen Straßenindex aus OpenStreetMap-Daten in PostGIS (Geofabrik-Auszug, osmium, 277.000 Straßen aus 366 Städten, Kreuzungen über den gemeinsamen Knoten). Gemessen: 86 % Trefferquote, Median 200 Meter zur Nominatim-Position, 90 % weniger Anfragen an die öffentlichen OSM-Dienste. Nominatim bleibt nur noch Rückfall für Unbekanntes. Beschrieben unter https://tickerkarte.de/methodik [5], Abschnitt 5. 55 % der Vorfälle liegen straßengenau.
Offene Daten: Seit Oktober gibt es unter https://tickerkarte.de/daten [6] monatliche CSV- und GeoJSON-Exporte (gesamt, je Land, je Ort) und eine JSON-Schnittstelle, Lizenz CC BY-NC 4.0 für Vorfälle, CC BY 4.0 für Monatszahlen und Ortsliste. Die GeoJSON-Dateien laden direkt in QGIS. Die Stadt Leipzig hat die Karte in ihr Open-Data-Portal aufgenommen.
Ebenen: Der Unfallatlas liegt jetzt mit 797.000 Unfällen 2018 bis 2025 darunter (im September 586.000), dazu die PKS des BKA für 401 Kreise und 84 Städte, die Kriminalitätsatlanten Berlin und Hamburg und die Ortsteil-Statistik Leipzig, alle bewusst getrennt von den Pressemeldungen.
Außerdem: ein Block „Zeugen gesucht“ aus den Meldungen, eine neue Startseite mit Deutschlandkarte, Konten auf Mastodon (@tickerkarte@mastodon.social) und Bluesky (@tickerkarte.de), und ein Vortrag zum Straßenindex ist bei der FOSSGIS 2027 in Heidelberg eingereicht.“
[1] … https://geoobserver.de/2026/09/16/polizeikarte-de-63-600-polizeimeldungen-auf-einer-karte/
[2] … https://tickerkarte.de/
[3] … https://tickerkarte.de/halle?zeitraum=365
[4] … http://polizeikarte.de/
[5] … https://tickerkarte.de/methodik
[6] … https://tickerkarte.de/daten