Hiobsbotschaft: Even Rouault verlässt GDAL

Screenshot: Evens Ausstieg aus GDAL per Mail [1] (Bildquelle [1])

Keine gute Nachricht zum Wochenende. Gestern Abend, eine einfache Mail [1], dann der Schock (für mich). Even Rouault, DER Maintainer, DER Chefentwickler, DER führende Kopf von GDAL [2] verlässt das Projekt. So erstmal durchatmen und Augen trocknen. Ich kann mich an dieser Stelle all jenen anschließen, die Evens langjährige und höchstqualifizierte Arbeit würdigen und ihm danken.

DANKE Even. Ein großartiger Job für die Geo-Community!

Explizit tritt er als „Mitglied und Vorsitzender des GDAL PSC“ [1] zurück, ob er auch komplett die Entwicklung verlässt, bleibt (jedenfalls für mich) noch offen: „Ich werde das Geschehen nur noch aus der Ferne verfolgen, bin aber gerne bereit zu helfen, falls dies einmal nötig sein sollte.“ [1]

Trotzdem, es gibt genug Hoffnung und sachliche Gründe, dass das großartige, freie GDAL-Projekt weiter entwickelt wird, z. B. folgende:

  • GDAL ist Open Source, der Code ist offen, es kann und wird weiter gehen.
  • Die Community, viele Interessierte, auch Experten werden sich einbringen, es kann weiter gehen.
  • Die Interssenslage: GDAL ist ZENTRAL! Sowohl alle FOSSGIS-Projekte wie auch die Player in der kommerziellen GIS-Branche nutzen GDAL, sie werden Lösungen finden.

Hey GDAL, möge die Kraft mit Dir sein!

[1] … https://lists.osgeo.org/pipermail/gdal-dev/2026-November/061790.html
[2] … https://gdal.org/

QGIS-Tipp: „Wissensecke – QGIS kurz gezeigt“

Screenshot 1: Die Wissensecke unter „QGIS kurz gezeigt“ [1] (Bildquelle [1])

Vermutlich kennt das jeder. Man weiß, man hat genau diese Funktion im QGIS vor einiger Zeit schon mal erfolgreich ausgeführt, vielleicht sogar mehrfach. Und nun steht man plötzlich im Dunkeln, man, wie war denn das? On Top wartet noch irgendjemand im Hintergrund ganz dringend auf das Ergebnis. Alltag, GIS-Alltag! Und genau hier setzen die QGIS-Kurzanleitungen von Andre Trittin (GeoVitec) an. Ihr findet Sie in der Wissensecke unter „QGIS kurz gezeigt“ [1] oder direkt auf Youtube [2]. Cooler Stoff, lohnt sich. Danke Andre!

Screenshot 2: Die Kurzanleitungen auf Youtube [2] (Bildquelle [2])

[1] … https://www.geovitec.de/wissensecke-qgis-kurz-gezeigt.html
[2] … https://www.youtube.com/@GeoVITec-gmhuette
[3] … https://www.linkedin.com/posts/atr122023_qgis-gis-geoinformatik-share-7519862608632610816-Pb1p/

Neue Ribbon-GUI: Das Plugin „QGIS Ribbon“

Screenshot: Meine erster Test mit dem Plugin „QGIS Ribbon“ [3] mit QGIS 3 auf Mac in der dunklen Variante

Auf Wikipedia [1] findet man zu „Ribbon“ folgendes: „Ein Ribbon (englisch für das „Band“), Menüband oder eine Multifunktionsleiste ist ein grafisches Bedienkonzept für Anwendungsprogramme, das die Elemente Menüsteuerung, Symbolleisten und Dialoge miteinander verbindet.“ Und immerhin scheint es doch recht viele QGIS-Nutzende zu geben, die eine solche Oberfläche bevorzugen. Im QGIS-Umfeld sind in der jüngsten Vergangenheit gleich mehrere dieser GUIs als Plugin erschienen, schaut mal in das QGIS Plugins Repository [2]. Ich habe mir ein Plugin genauer angesehen, das Plugin „QGIS Ribbon“ [3] von Paul Liecke. Ich hatte das Vergnügen, sein Plugin zu testen, besonders mit QGIS 3 und 4 auf Mac, die Zusammenarbeit war sehr angenehm, schnell und zielführend. Danke Paul!

Paul schreibt zu den Vorteilen seiner Implementierung:

„Worum geht’s?
QGIS Ribbon ersetzt die vielen Werkzeugleisten durch ein Ribbon: Befehle in Tabs und Gruppen sortiert, dadurch deutlich mehr Übersicht. Es ist kein reiner Skin, der QGIS nur anders aussehen lässt. Die Befehle sind wirklich neu sortiert, und man baut sich die Tabs selbst, passend zum eigenen Workflow.

Was es abhebt:

  • Eigene Tabs für eigene Workflows: Man nutzt oft dieselben Werkzeuge zusammen. Im grafischen Editor baut man sich per Drag & Drop eigene Tabs und Gruppen dafür, auch mit Befehlen anderer Plugins. Setups lassen sich speichern und teilen.
  • Kontext-Tabs: Je nach aktivem Layer erscheinen automatisch die passenden Tabs.
  • Befehlssuche: Sie findet nicht nur Ribbon-Buttons, sondern fast jeden QGIS-Befehl, Einstellungsseiten und Plugin-Befehle. (einige wenige fehlen noch aber die werden in den nächsten Updates kommen) 
  • Gestaltung: Hell/Dunkel, Akzentfarben, Icons umschaltbar. Ein eigenes Icon-Set und Design bringt es mit, man kann aber auch bei der normalen QGIS-Optik bleiben.
  • Sauber: Es nutzt nur bestehende QGIS-Funktionen, beim Deaktivieren ist alles wie vorher. Läuft unter QGIS 3.44 und 4.
  • Einsteigerfreundlich: Ein ausführlicher Guide gibt eine Einführung ins Plug in auf Deutsch und Englisch (über Befehlssuche oder das Fragezeichen ganz rechts).
  • Platz für die Karte: Die QGIS-Menüleiste lässt sich ausblenden, die Menüs bleiben erreichbar. Zusammen mit Vollbildmodus maximales Ausnutzen des verfügbaren Platzes. 
  • Das Layout-Fenster hat auch ein Ribbon, funktioniert, ist aber noch in Arbeit.“

Den Quellcode findet man unter GitHub [4], Feedback ist jederzeit willkommen, also viel Erfolg beim testen und nutzen

[1] … https://de.wikipedia.org/wiki/Ribbon
[2] … https://plugins.qgis.org/search/?q=ribbon
[3] … https://plugins.qgis.org/plugins/qgis_ribbon/
[4] … https://github.com/8snv5d5zcy-glitch/qgis-ribbon

FOSSGIS 2027: Community Voting ist gestartet.

Bildquelle [1]

Vorbemerkung: Ich habe schon abgestimmt 😉
Via Mastodon [1] und Mail [2] wurde am Montag (02.11.2026) zum Community-Voting [3] für die FOSSGIS 2027-Konferenz [4] aufgerufen. Ihr könnt und solltet abstimmen, welche der 282 Einreichungen* ins Konferenzprogramm aufgenommen werden. Das Community-Voting ist bis zum 10.11.2026 offen, also nicht verpassen! Nun seid Ihr gefragt, also bringt Euch ein! Nur drei Schritte sind nötig:

  1. Link klicken: https://pretalx.com/fossgis2027/p/voting/signup/ [3]
  2. E-Mail mit persönlichem Link nutzen
  3. Einreichungen anschauen und bewerten

* … ich habe mich auch beworben, hier meine Einreichung 5]

[1] … https://mastodon.online/@FOSSGISeV/117545803796179819
[2] … https://lists.fossgis.de/pipermail/fossgis-talk-liste/2026-November/013664.html
[3] … https://pretalx.com/fossgis2027/p/voting/signup/
[4] … https://fossgis-konferenz.de/2027/
[5] … https://pretalx.com/fossgis2027/talk/review/AHEG…YA7LGHCSD

hilldar: Welche Berge sind wo zu sehen?

Egal, wo Ihr auf der Erde seid, überall zeigt Euch Hilldar [1], welche Erhebungen, also Berge, Städte, Burgen und Aussichtsplattformen sowie Leucht- und Sendetürme Ihr sehen könnt. Das Gelände basiert auf dem Höhenmodell von Mapterhorn [2], die Namen der Gipfel, Orte und Sehenswürdigkeiten liefern die Mitwirkenden bei OpenStreetMap. Weitere Hilldar-Details findet Ihr bei Über Hilldar [3].

Screenshot: Mein Test auf dem iPad, ich stehe virtuell auf dem Brocken und habe schaue genau zum Wurmberg

Hier der Original-Tweet [4]:

[1] … https://www.hilldar.com/
[2] … https://mapterhorn.com/
[3] … https://www.hilldar.com/de/ueber-hilldar
[4] … https://www.hilldar.com/?v=51.799100,10.615600,2,177.8,-0.0,55,0,1&clouds=1&water=1&labels=peaks,places,castles,towers
[5] … https://x.com/berttemme/status/2116483051903758537?a=kxCmBW8sopOZkb4M3HA

Update: QGIS-Plugin “Polygon Area Splitter” v0.8

Mein neustes QGIS-Plugin „Polygon Area Splitter“ [1] hat in den letzten Tagen mehrere Updates erfahren, von v0.6 bis v0.8. Gestern wurde die v0.8 frei gegeben und ist nun online. Der Input mit Wünschen nach neuen Features kam auch von den Nutzern, danke für das Feedback! Folgende erweiterte und neue Zielgrößen sind jetzt enthalten:

  • Zielgröße 1: Flächeninhalt
    • Variante a – Flächeninhalt in m²
    • Variante b – Flächeninhalt in ha 🆕
    • Variante c – Flächeninhalt in % 🆕
  • Zielgröße 2: Anzahl n gleicher Flächen 🆕
  • Zielgröße 3: Abstand und n Wiederholungen 🆕

Außerdem wurden noch folgende Erweiterungen realisiert:

  • Speicherung der „Polygonbezugskanten“ im gleichnamigen temporären Layer 🆕
  • Vergabe, Speicherung und Beschriftung der Split-ID „[ID x]“ für die Polygone und die Polygonbezugskanten, um die Zuordnung zu verdeutlichen 🆕
  • Beschriftung der Flächenanteile vom Augangspolygon in Prozent 🆕
Animation 2: Drei Zielgrößen – Flächeninhalt, Anzahl gleicher Flächen, Abstand

Die Bedienung bleibt IMHO weiterhin denkbar einfach, der Nutzer muss folgende fünf Schritte ausführen:

  1. Das Thema mit den zu teilenden Polygonen aktivieren, z. B. die Flurstücke oder Ackerflächen
  2. in diesem Thema genau ein Polygon selektieren
  3. gewünschte Zielgröße eingeben, also „Flächeninhalt“ oder „Anzahl gleicher Flächen“ oder „Abstand und Anzahl Wiederholungen“
  4. die Seitenkante anklicken, von welcher aus die neue(n) Fläche(n) gesplittet werden soll(en)
  5. und das Ergebnis im neuen entstandenen temporären Polygon-Layer „Polygonteilung“ nutzen
Animation 1: Schritt 1 … 5 des Polygon-Splittings

Ihr findet das neue Polygon Area Splitter-Plugin im QGIS-Plugin-Repository [1] und den Code auf GitHub [2]

[1] … https://plugins.qgis.org/plugins/PolygonAreaSplitter/
[2] … https://github.com/geoObserver/PolygonAreaSplitter

terrio – das neue GDAL?

Bildquelle [6]

Bisher war GDAL in der FOSSGIS- und der kommerziellen GIS-Welt das Standardwerkzeug für alle Arten zur Konvertierung von Geodaten. Ich selbst nutze GDAL seit 2001, also seit 25 Jahre. Seit letzter Woche verbreiteten sich die Meldungen über terrio [1] von Qiusheng Wu (@giswqs). Klingt spannend, sollte man sich unbedingt mal anschauen. Viele sagen ja immer, „Konkurrenz belebt das Geschäft“, manche bestreiten das auch vehement, na mal sehen 😉

terrio sagt in [2] über sich selbst:

  • terrio ist eine leichte, open-source Bibliothek für den Import und Export geospatieller Daten
  • geschrieben in reinem Rust
  • liest, schreibt, konvertiert und reprojiziert Raster, Vektoren und Punktwolken, ohne GDAL oder C-Abhängigkeiten
  • Verwendung via Kommandozeile, Python, JavaScript (WebAssembly) oder Rust oder KI-Agenten
  • terrio-Kommandozeilen-Executable <15 MB und ohne zusätzliche Einrichtung
  • GDAL-ähnliche Tools zum Lesen, Schreiben, Konvertieren und Verarbeiten geospatialer Daten

Details findet Ihr unter Dokumentation [1], den Code unter GitHub [4] und die News unter Release Notes [5]. Wer von Euch hat schon erste Erfahrungen mit terrio gemacht, gern in den Kommentaren …

Hier die Original-Tweets [2], [3]:

[1] … https://terrio.opengeos.org/
[2] … https://x.com/giswqs/status/2113096337252106672
[3] … https://x.com/giswqs/status/2113980412691149078
[4] … https://github.com/opengeos/terrio
[5] … https://github.com/opengeos/terrio/releases/tag/v0.5.0
[6] … https://raw.githubusercontent.com/opengeos/terrio/main/docs/assets/terrio-wordmark-dark.svg

Neues QGIS-Plugin „Polygon Area Splitter“

Gestern haben die #geoObserverTools [1] wieder Zuwachs bekommen. Das QGIS-Plugin „Polygon Area Splitter“ [2] ist ein einfaches Tool zum Aufteilen von Polygonen. Ziel ist dabei der vom Nutzer eingegebene neue Flächeninhalt einer neu zu erzeugenden Teilfläche. Also z. B., man hat eine vorhandene Ackerfläche und möchte von dieser genau 1,8 ha, also 18000 m² parallel zu einer Seitenkante abtrennen. Die Bedienung ist denkbar einfach, der Nutzer muss folgende Schritte ausführen:

  1. Das Thema mit den Polygonen aktivieren, z. B. die Flurstücke oder Ackerflächen
  2. in diesem Thema genau ein Polygon selektieren
  3. Werkzeug starten, Zielgröße „Flächeninhalt“ eingeben
  4. die Seitenkante anklicken, von welcher aus die neue Fläche gesplittet werden soll
  5. und das Ergebnis im neuen entstandenen temporären Polygon-Layer nutzen
Animation: Schritt 1 … 5 des Polygon-Splittings

Ihr findet das neue PolygonAreaSplitter-Plugin im QGIS-Plugin-Repository [2] und den Code auf GitHub [3]

[1] … https://geoobserver.de/qgis-plugins/
[2] … https://plugins.qgis.org/plugins/PolygonAreaSplitter/
[3] … https://github.com/geoObserver/PolygonAreaSplitter
[4] … https://geoobserver.de/PolygonAreaSplitter/

QGIS-Tipp: Verbinden unterbrochener Linien?

Screenshot: Funktionen des QGIS-Plugins „ProcessX“ [2]

Das kennt man ja, plötzlich sind die Geodaten da, aber leider fehlerhaft, eine Menge unterbrochener Linien, die eigentlich zusammengehören. Ursache sind meist Digitalisierungsfehler. Wie man diese Fehler nun schnell und sicher in QGIS reparieren kann, zeigen Euch die Antworten auf den Beitrag „Joining dangling end in the vector layer using QGIS“ [1]. Die Lösung ist die „Snap Vertices to Nearest Points by Condition“-Funktion in den Processing Tools des QGIS-Plugins „ProcessX“ [2]. Die Erklärungen mit guter Illustration findet Ihr im Beitrag [1].

Hier der Original-Tweet [3];

PS: Ich habe es noch nicht selbst getestet, es steht aber auf meiner ToDo-Liste 😉

[1] … https://gis.stackexchange.com/questions/448750/joining-dangling-end-in-the-vector-layer-using-qgis
[2] … https://plugins.qgis.org/plugins/ProcessX/
[3] … https://twitter.com/vanuatugis/status/1610123048417624072

28 Jahre GDAL! HAPPY BIRTHDAY!

Was, schon wieder ein Jahr? Die in vielen GI-Systemen eingebaute und somit auch von vielen Anwendern (mitunter auch unbewusst*) genutzte GDAL – Geospatial Data Abstraction Library [1] wurde am vergangenen Samstag, den 17.10.2026, 28 Jahre alt. Vorgestern vor 28 Jahren veröffentlichte Frank Warmerdam im CSV-Repository [2] die erste Version.

Screenshot: Zeitreise 27 Jahre zurück. Am 17.10.1998 wurde die erste GDAL-Version eingecheckt (Quelle: [2])

PS: Am Wochenende erscheint kein #geoObserver-Newsletter, deshalb erst heute die Glückwünsche 😉

* … Jeder QGIS-Nutzer arbeitet mit GDAL!
[1] … https://gdal.org/
[2] … https://github.com/OSGeo/gdal/commit/ 149db916aafcbee9bb64572fafda83441c94a552