Neues QGIS-Plugin: „Coord2Polygon“

Achtung: Bitte lesen Sie zuerst die Nutzungsbedingungen!

Screenshot 1: Koordinatenpaare zur einem Polygon importiert

Das QGIS-Plugin „Coord2Polygon“ [1] dient der Generierung von Geometrien aus Koordinaten. Dabei stehen zwei Methoden zur Verfügung. Zum einen die Angabe von Fenster-Koordinaten (xmin, ymin, xmax, ymax) und zum anderen die Eingabe ein Polygonzuges aus vielen Korrdinatenpaaren per Semikolon getrennt. In beiden Fällen wird bei der Generierung der Polygon-Geometrie ein neuer temporärer Layer „Coord2Polygon“ erstellt. Sollte es diesen schon geben, werden die Ergebnisse der Generierung in diesem Layer gespeichert. Bei Polygonzügen mit Geometriefehlern (z. B. Selbstüberschneidungen) wird gewarnt, sie jedoch werden auf Wunsch trotzdem importiert. Eure Koordinaten müssen im aktuellen Koordinatensystem Eures QGIS-Projekts vorliegen.
Details findet Ihr auf der Webseite [2], Code [3] und Lizenz [4] auf GitHub. Einige Testdaten stehen zum Download bereit.

Damit reiht sich ein weiteres Plugin in die Reihe der geoObserverTools [6] ein. Bei der Erstellung des Python-Codes und der Testdaten habe ich mich von einer KI unterstützen lassen. Manch einer wird sich fragen, ob die Funktionen nicht auch mit QGIS-Bordmitteln realisierbar gewesen wäre. Ja, wären sie, aber IMHO mit etlichen Schritten mehr. Für mich ist es so viel einfacher und vor allem schneller. Was meint Ihr?

Screenshot 2: Import erfolgreich
Screenshot 3: Auch bei Polygonzügen mit Geometriefehlern (z. B. Selbstüberschneidungen) kann nach Warnung und Bestätigung importiert werden.

Testdaten:
Es stehen drei Testdateien für Polygonzüge, zwei mit 100, eine mit 200 Stützstellen zum Download [5] im EPSG:25832 bereit. In einer Datei sind beabsichtigt Geometriefehler enthalten.

Beispielauszüge aus den Testdaten:

. . .
705141.4693251190;5709775.2487068968
705384.5018793544;5709718.4549922151
705458.8648197566;5710159.9295804221
705214.7589335483;5710111.4041757751
704971.7119191536;5710055.1394686913
704724.8875562706;5710018.2081215167
704478.5399431876;5709981.0685984129
704244.3680112148;5709903.8819479961
704017.6266420436;5709864.6793132750
703783.8971744335;5709952.4864600152

. . .

. . .
710511;5707388
710636;5707544
710667;5707702
710621;5707857
710522;5708004
710401;5708145
710284;5708283
710188;5708425
710118;5708577
710063;5708740

. . .

Screenshot 3: Zwei Testdatensätze [5] wurden mit KI generiert und gleich mal visualisiert, einer noch händisch verfälscht

Nutzungsbedingungen

Das Plugin „Coord2Polygon“ [1] kann ohne Einschränkungen sowohl privat als auch kommerziell genutzt werden. Das Plugin steht unter GNU GENERAL PUBLIC LICENSE Version 2, es gelten die im Paket unter LICENSE [4] genannten Bedingungen.

Haftung

Eine Haftung für die Richtigkeit aller Funktionen des Plugins kann trotz sorgfältiger Prüfung nicht übernommen werden. Das gilt auch für eventuelle Schäden oder Konsequenzen, die durch die direkte oder indirekte Nutzung der angebotenen Funktionen und Inhalte entstehen. Bitte sichern Sie vorsorglich vor der Benutzung des Plugins Ihr Projekt und die enthaltenen Daten.

[1] … https://plugins.qgis.org/plugins/Coord2Polygon/
[2] … https://geoobserver.de/coord2polygon
[3] … https://github.com/geoObserver/Coord2Polygon
[4] … https://github.com/geoObserver/Coord2Polygon//blob/main/LICENSE
[5] … http://geoobserver.4lima.de/downloads/Coord2Polygon_Test_ Polygonzug_EPSG25832.zip
[6] … https://geoobserver.de/qgis-plugins/

Gegenkartografie: Schon mal gehört?

Screenshot: ARTE – „Gegenkartografie: Was Google Maps euch nicht zeigt“ [1] (Bildquelle [1])

Stoff fürs Wochenende:
Vermutlich sind hier die meisten von Euch Leute, die sich mit dem Thema Geo, GIS oder Kartographie beschäftigen und auskennen. Ich habe nun einen interessanten Beitrag bei ARTE gefunden, der sich quasi mit dem Gegenteil beschäftigt, mit „Gegenkartografie“. Ja, so hab ich auch geschaut 😉

Die Frage, was neben den bekannten praktischen und utilisierten Fakten, die wir so aus Karten ablesen, noch so steckt. Wie neutral sind Karten eigentlich? Können auch Gefühle und Emotionen vermittelt werden, wie werden Erlebnisse weiter gegeben? Wie kann man die Welt neu zeichnen? Gespannt? Na dann mal los: „Gegenkartografie: Was Google Maps euch nicht zeigt“ [1].

[1] … https://www.arte.tv/de/videos/119473-020-A/tracks/

Neues QGIS-Plugin: Deutschlandweite Flurstückssuche!

Screenshot: Mit der  „Flurstückssuche DE“ [1], [2] ein Flurstück gesucht und gefunden, mit dem „GeoBasis_Loader“ ** [3] die Karteninfhalte ergänzt, einfacher geht es nicht 😉

Am 23.07.2026 wurde in das QGIS Plugin Repository ein bemerkenswertes Plugin eingestellt. Das QGIS-Plugin „Flurstückssuche DE“ [1], [2] von David Koster unterstützt die Suche von Flurstücken auf Basis amtlicher Geodaten direkt im QGIS über das Gebiet der Bundesrepublik*. Erstmals ist es in einem Plugin möglich, bundesweit zu suchen, bisher gab es diese Funktionalität nur für ausgewählte Bundesländer. Damit ist das Plugin eine ideale Ergänzung zum „GeoBasis_Loader“ [3], welcher hier die deutschlandweiten* offenen Liegenschaftsdaten (ALKIS) leicht zugänglich machen kann. Die Flurstückssuche DE basiert auf den von (fast*) allen Bundesländern frei zur Verfügung gestellten ALKIS-WFS. Die Bedienung ist denkbar einfach, man kann über drei Varianten die Flurstücks-Nr. eingeben und suchen:

  • Gemarkungsnummer / Flur / Flurstück
  • Gemarkungsname / Flur / Flurstück
  • Flurstückskennzeichen (20-stellig) – Beispiel: "036518007001790027__"

Selbstverständlich ist auch der umgekehrte Fall vorgesehen, die „Inverse Suche“, quasi die Identifikations-Funktion, einfach in die Karte auf das interessierende Flurstück klicken und die Flurstücksdaten erfahren.

Das Plugin läuft unter QGIS3/Qt5 und QGIS4/Qt6. Details zur Flurstückssuche DE findet Ihr auch im FOSSGIS 2026-Vortrag von David als Folien [4] oder Video-Mitschnitt [5], das Plugin ist natürlich Open Source, der Code ist auf GitHub [6] einsehbar. Übrigens, ich durfte das Plugin schon frühzeitig mit testen, nun ist Euer Feedback gefragt. IMHO großartiges Plugin, Danke David!

* … nur Bayern blockiert hier immer noch entgegen den geltenden Regeln
** … der Geobasis_Loader hier als Preview auf die Version 2.2
[1] … https://www.flurstueckssuche.de/
[2] … https://plugins.qgis.org/plugins/Flurstuecksuche_de/
[3] … https://geobasisloader.de
[4] … https://www.flurstueckssuche.de/files/Flurstückssuche_in_QGIS_FOSSGIS.pdf
[5] … https://www.youtube.com/watch?v=Ycrb4q1YrHk
[6] … https://github.com/ladexyz/flurstueckssucheDE

Sonnenfinsternis am 12.08.2026, aber wo, wann und wie?

Screenshot: So ungefähr wird die Sonnenfinsternis in Halle (Saale) am 12.08.2026 zu beobachten sein (Bildquelle [1])

Am 12.08.2026 wird die nächste Sonnenfinsternis erwartet und über eclipsemap [1] könnt Ihr ermitteln, an welchem Standort sie wann, wie lange und mit welcher Abdeckung zu beobachten ist. In [1] heißt es unter „Hinweise ⚠ vor Gebrauch der Karte lesen“:

„Die Karte beruht auf einem digitalen Geländemodell (~90 m) und kann Fehler von einigen hundert Metern und einigen Minuten enthalten. Prüfe den gewählten Punkt immer vorab vor Ort: Bäume, Vegetation und Gebäude, die im Modell fehlen, können die Sonne verdecken. Schaue nie in die Sonne, auch nicht verfinstert, ohne zertifizierte Finsternisbrille nach ISO 12312-2 (keine Sonnenbrille, keine improvisierten Filter). Die Daten werden ohne jede Gewähr bereitgestellt: jede Haftung für unsachgemäße Nutzung oder Schäden aus der Verwendung dieser Informationen wird abgelehnt.“ [1]

[1] … https://eclipsemap.xyz/

deeeper energy map: Eine Energiekarte

Screenshot: Stromerzeugungsanlagen mittels erneuerbare Energien bei uns nordöstlich von Halle (Saale) (Bildquelle [1])

Interessante Daten zu Energieanlagen, Stromnetzen, Netzbetreiber-Gebiete, Netzengpässen, etc. findet der geneigte Nutzer in der deeeper energy map [1]. Es werden Fragen wie „Welche Anlagen sind im betrachteten Gebiet bereits in Betrieb?“, „Wer ist mein Netzbetreiber — und was plant er?“, „Wo ist das Netz schon ausgelastet?“ und „Was schließt meine Fläche aus?“ beantwortet. Zum ersten Einstieg gibt es eine kostenlose Version, wer mehr sehen will, bucht die Pro Version. Ich habe mich registriert und mir mal die Karte in der kostenlose Version angeschaut, insbesondere die Stromerzeugungsanlagen mittels erneuerbare Energien bei uns nordöstlich von Halle (Saale). Hochkarätige Daten, leider viele erst in der Pro-Version sichtbar.

[1] … https://energymaps.deeeper.de/
[2] … https://energy-maps.deeeper.de/
[3] … https://www.linkedin.com/posts/johann-heller-785aab9a_repowering-windenergie-projektentwicklung-ugcPost-7488995508531728384-wvqu/

Die Frau hinter dem GPS: Dr. Gladys West

Screenshot: Unter Google nach „Gladys West gps“ gesucht und unter Bildern gefunden (Bildquelle [2])

Wir nutzen das GPS täglich, vor allem im Smartphone und auf unserem Navi im Auto. Aber wusstet Ihr eigentlich, wem wir das zu verdanken haben? Wer war die führende Wissenschaftlerin bei der Entwicklung des von uns allen quasi ununterbrochen genutzten GPS? Die amerikanische Mathematikerin Gladys Mae West [1]. Eine Würdigung ihrer herausragenden Leistungen findet Ihr bei Katharina Federl im TAZ-Beitrag „Als eine Frau die Form der Erde errechnete“ [2].

Hier der Original-Tweet [3]:

[1] … https://de.wikipedia.org/wiki/Gladys_West
[2] … https://www.google.com/search?q=Gladys+West+gps
[3] … https://x.com/EnsedeCiencia/status/2043724986389549091

DeepMind & Google Research: Googles neues KI-Wettermodell

Screenshot: Links in der Karte – können wir am 4. August in Halle mit Regen rechnen? Rechts die Diagramme verschiedener Wetterparameter für Halle (Saale) (Bildquelle [2])

Peter Battaglia von DeepMind hat auf X (ehemals Twitter) angekündigt [1], dass die Google-Wettermodelle von DeepMind und Google Research in einer neuen Version [2] aktualisiert werden. Ich habe es mir mal angeschaut und bin begeistert. Weltweite Wettervorhersagen animiert für die nächsten 14 Tage (Default-Einstellung) und bei Klick auf den interessierenden Standort eine perfekte Ausgabe unterschiedlicher Wetterparameter wie Temperatur, Niederschlagsmenge und Windgeschwindigkeit. Einfach mal ausprobieren, vielleicht am kommenden Wochenende, es lohnt sich.

[1] … https://x.com/PeterWBattaglia/status/2078132675332755933
[2] … https://deepmind.google.com/science/weatherlab

Update für „Geo Hound“: Neue Version 2.0

Screenshots: Links die Worknbench und rechts drei erkannte Geodienste, einer der WMS der Verwaltungsgebiete der BKG

Über die Chrome-Erweiterung „Geo Hound“ hatte ich bereits vor einem reichlichen Jahr berichtet [1]. Geo Hound von MapScaping hilft Euch dabei, bereits beim Surfen im Internet Kartendienste (wie WMS, WMTS und Esri-Dienste) zu erkennen, zu erfassen und zu speichern. Damit entfällt das lästige Suchen und manuelle Kopieren oder die Analyse der Netzwerktraffics, Die Geodienste werden automatisch erkannt und können mit sofort im eigenen GIS genutzt werden. Nun hat MapScaping die Version 2 von Geo Hound [2], [3] veröffentlicht. Neu sind die Workbench, Attributtabellen wie in einem Desktop-GIS, räumliche Analyse direkt im Browser, der Import eigener Geodaten sowie viele Exportmöglichkeiten, Zeichenwerkzeuge und der KI-Assistent.

[1] … https://geoobserver.de/2025/04/09/mapscaping-geo-hound-fuer-chrome/
[2] … https://www.geohound.app/how-it-works
[3] ….https://www.linkedin.com/feed/update/urn:li:activity:7486236269958688768/

Dominic Royé: Betrachtungen zur Kartenprojektion

Screenshot (Bildquelle [1])

‚Jede Projektion ist ein Kompromiss, bei dem die Verzerrung einer Eigenschaft gegen die Genauigkeit einer anderen eingetauscht wird. Die entscheidende Frage lautet daher nicht „Welche Projektion ist die beste?“, sondern vielmehr „Welche Verzerrung ist für meinen konkreten Zweck akzeptabel?“‘ [1]

Egal, ob Flächen- oder Winkeltreue oder aber Abstände und Richtungspeilungen, es bleibt eine Annäherung. Dominic Royé erläutert in seinem Beitrag „Map projections: a practical guide to common mistakes and how to fix them“ [1], wie man sich der am besten geeigneten Kartenprojektion für einen bestimmten Zweck annähert und betrachtet häufige Fehler, die es zu vermeiden gilt.

Gefunden in der Wochennotiz 824 [2].

[1] … Royé, Dominic. 2026. “Map Projections: A Practical Guide to Common Mistakes and How to Fix Them.” May 3. https://dominicroye.github.io/blog/map-projections/
[2] … https://weeklyosm.eu/de/archives/18565

CloudBeaver: Der DBeaver via Browser

Cloud Beaver – Logo (Bildquelle [6])

Über den DBeaver als universelles Schaufenster in die unterschiedlichsten Datenbanken hatte ich hier bereits mehrfach [1] berichtet. Erst vor kurzem kam dann die Vorstellung der Kommandozeilen-Variante dbvr [2] dazu. Heute möchte ich Euch auf eine weitere Möglichkeit des DBeaver-Universums aufmerksam machen, die Webvariante CloudBeaver [3]. Gegenüber einer lokalen Desktop-Version hat die serverbasierte Web-Variante einige Vorteile:

  • Einsparung von lokalen Installationen und Updates auf jedem Clienten einzeln
  • zentrale Pflege der DB-Server-Verbindungen statt dezentraler Verwaltung auf jedem Client
  • ggf. weniger Probleme in VPN-Umgebungen

[1] … https://geoobserver.de/?s=dbeaver&submit=Suchen
[2] … https://geoobserver.de/2026/06/24/dbvr-dbeaver-auf-der-kommandozeile/
[3] … https://github.com/dbeaver/cloudbeaver/
[4] … https://www.linkedin.com/posts/leoneljdias_não-fazia-ideia-de-que-o-cloudbeaver-existia-activity-7485689004005298176-PqDL
[5] … https://www.youtube.com/watch?v=H91D0JCFdDk
[6] … https://raw.githubusercontent.com/wiki/dbeaver/cloudbeaver/images/cloudbeaver-logo.png