Wolltest Du auch schon immer mal wissen, wie sich die OSM-Daten an einer bestimmten Stelle verändert haben, also eine OSM-Zeitreise machen? Das ist jetzt mit der „before/after map“ auf mapki [1] ganz einfach möglich. Lass Dir einfach den „sign-in“-Link schicken, nutze diesen und suche Dir Dein gewünschtes Gebiet auf der OSM-Karte aus. Dann noch schnell ein Rechteck zeichnen, den gewünschten Zeitraum eingeben und schon hast Du die erforderlichen Eingaben gemacht. Nur noch starten und einige Zeit später bekommst Du einen neuen Link mit der Ergebniskarte.
Ich hab’s probiert, in Halle (Saale), Paulusviertel für den Zeitraum von vor 10 Jahren bis heute. Man muss etwas geduldig sein, bei mir hat es ca. 2:25 h gedauert, vielleicht war auch gerade viel los, aber das tolle Ergebnis [2] zählt, siehe auch Animation oben. Die deutlichsten Veränderungen: Pauluspark, Trafohaus auf dem Spielplatz entfernt, Parkmöglichkeiten ergänzt, Rembrandtstraße vervollständigt, mehr Läden und Praxen erfasst.
Der 8. Juli 1996 ist laut Wikipedia PostgreSQL-Geburtstag [1]. PostgreSQL [2], die mächtigste freie Datenbank hat allen Grund, ihren 30. zu feiern. Darum auch vom #geoObserver:
Herzlichen Glückwunsch, vor allem DANKE an alle Mitwirkenden und bitte weiter so!
Ich selbst nutze Dich seit 2001, also seit 25 Jahren und immer exclusiv, wenn es um Datenbanken geht! Du bist ein Kernstück unserer KomGIS+Suite [3], Deine Integration ins freie QGIS ist traumhaft!
Heute wieder mal ein Gastbeitrag, diesmal von meinem Fachkollegen Torsten Wolff, Geo- und Metadatenspezialist sowie Vorstandsmitglied im netzwerk | GIS Sachsen-Anhalt. Danke Torsten!
Von sandigen Römerpfaden zu kursächsischen Postmeilensäulen: Meilensteine, die Geschichte schreiben
Ein Meilenstein [1] – das klingt erstmal nach einem großen, steinernen Ding, das irgendwo am Straßenrand steht. Ein Meilenstein ist eigentlich ein wichtiges Ereignis oder Ziel, das du auf deinem Weg erreichst. Stell dir vor, du wanderst durchs Leben wie durch einen Wald, und plötzlich siehst du ein Schild: “Hier hast du 5 km geschafft – herzlichen Glückwunsch!” Genau das ist ein Meilenstein: ein Punkt, an dem du sagen kannst: “Boah, ich hab’s geschafft!”
Screenshots: Meilensteine aus Wikipedia (Bildquellen [1])
Wer hat die Meilensteine erfunden?
Jetzt wird’s spannend! Die Idee der Meilensteine stammt aus der römischen Antike – ja, die mit den Sandalen und den ganzen Imperien, die sie aufgebaut haben. Die Römer waren nicht nur gut im Straßenbau (stell dir vor, du baust eine Straße, die 2.000 Jahre hält – Respekt!), sondern sie hatten auch eine clevere Idee: Sie markierten ihre Straßen mit Steinen, die den Abstand zur nächsten Stadt oder zum nächsten wichtigen Ort anzeigten – also die ersten Wegweiser oder Navigationssysteme.
Diese Steine sahen aus wie kleine Säulen und hießen – tadaa – „Miliarium“ (lateinisch für Meilenstein) [2]. Auf ihnen stand meistens etwas wie: “Von hier aus sind es 12 Meilen bis Rom“. Die Römer waren also die ersten, die sagten: “Hey, Leute, wir tracken mal, wie weit ihr gekommen seid!”
Meilensteine in Sachsen: Die Postsäulen
Und jetzt wird’s sachsen-spezifisch! In Sachsen gibt es nämlich eine ganz besondere Art von Meilensteinen: die Postsäulen. Diese Säulen wurden im 18. und 19. Jahrhundert aufgestellt und dienten nicht nur der Wegemarkierung, sondern auch der Orientierung für Postkutschen und Reisende. Sie waren oft aus Sandstein gefertigt und zeigten die Entfernung zu wichtigen Städten wie Dresden, Leipzig oder Meißen an.
Ein besonders bekanntes Beispiel ist die „Kursächsische Postmeilensäule“ – ein Meisterwerk der barocken Wegemarkierung [3]. Diese Säulen waren nicht nur praktisch, sondern auch kunstvolle Denkmäler. Heute sind viele dieser Postsäulen noch erhalten und erinnern an eine Zeit, in der das Reisen noch Abenteuer und Geduld erforderte.
Warum sind Meilensteine heute noch wichtig?
Heute nutzen wir den Begriff nicht mehr nur für Steine am Straßenrand, sondern für jeden wichtigen Schritt in einem Projekt, einer Karriere oder sogar im Leben. Ob du eine Prüfung bestehst, dein Haus fertig gebaut hast oder endlich den Kühlschrank aufräumst – das sind alles Meilensteine!
Und das Beste? Du kannst sie selbst setzen! Egal, ob groß oder klein: Jeder Fortschritt zählt. Also: Welchen Meilenstein hast du als Nächstes vor?
Fun Fact zum Schluss: Der berühmteste Meilenstein der Geschichte ist wahrscheinlich der „Goldene Meilenstein (Miliarium Aureum)“ [4] in Rom. Der stand im Forum Romanum und markierte den Punkt, von dem aus alle Straßen in Italien gemessen wurden. Aufgrund dieser Säule entstand das Sprichwort „Alle Wege führen nach Rom“. Heute ist er leider verschwunden – aber sein Geist lebt weiter in jedem Projektplan, jedem Lebenslauf und jedem “Ich hab’s geschafft!”-Moment. Und in Sachsen? Da lebt er weiter in den Postsäulen, die noch heute von der Geschichte und dem Fortschrittsgeist erzählen!
IT-Service Torsten Wolff
Zum Autor: Torsten Wolff lebt seit 1988 in Magdeburg, ist seit 2006 selbstständig und betreut seit über 20 Jahren Informationssysteme und Internetportale im Umweltbereich sowie im Rahmen der Metadaten-, Geodateninfrastruktur und Open Data für die öffentliche Verwaltung. Er ist Stakeholder im Softwareentwicklungsprozess (Metadateneditor, Portal) der Open-Source-Software InGrid OSS / Portal METAVER (MetadatenVerbund). Diese wird in einer Kooperation aus Bundesländern, Bundesbehörden und einem kommunalen Dienstleister entwickelt. Er ist außerdem Vorstandsmitglied des Vereins Netzwerk GIS Sachsen-Anhalt e. V., der sich für die Förderung des Einsatzes von Geoinformationssystemen (GIS) und die Entwicklung von Geodateninfrastrukturen (GDI) in Sachsen-Anhalt einsetzt. Und er ist immer an neuen, interessanten und kuriosen Dingen aus der Geowelt interessiert. https://it-service-magdeburg.de/
Abbildung: Die alte und die neue Welt (Bildquellen [2], [3])
Seit 1991 arbeite ich mit GI-Systemen, angefangen habe ich mit ARC/INFO 4.0. Und damals, als Topologie noch eine heilige Kuh war, hatten wir leistungsstarke Funktionen für die Topologiebildung und das Geoprozessing. CLEAN & BUILD dienten der Qualitätssicherung und der korrekten Topologie, sie waren nach jeder Editiersitzung Pflicht. UNION, IDENTITY, CLIP, ERASE und Co. wurden für das Geoprozessing genutzt. Leider wurden später in der Geodatenwelt die Pflicht zur Topologie und auch diese einfachen und nützlichen Kommandozeile-Befehle aufgegeben. Ich jedenfalls hab sie mir immer mal wieder gewünscht.
Wer kennt ihn nicht, den Spruch „Alle Wege führen nach Rom“? In Wikipedia [1] erfahren wir dazu, dass die Bedeutung nicht geklärt ist, aber eine wahrscheinliche Erklärung könnte sein, dass man wohl damals Rom als den (geistigen) Mittelpunkt der Welt ansah. Heute wird der Spruch meist im Sinne vieler Möglichkeiten zur Erreichung eines Zieles gebraucht. Gesichert hingegen ist, dass die Römer schon lange über ein für diese Zeit umfangreiches und gut ausgebautes Straßennetz verfügten. Via Itiner-e [2], dem Digitalen Atlas der alten Straßen ist es nun möglich, diese historischen Verkehrsverbindungen online zu entdecken. Dort heißt es:
„Itiner-e zielt darauf ab, den detailliertesten offenen digitalen Datensatz von Straßen im gesamten Römischen Reich zu beherbergen. Die Datenerstellung ist ein kollaboratives laufendes Projekt, das von einer wissenschaftlichen Gemeinschaft bearbeitet wird. Mit Itiner-e können Sie Straßen anzeigen, abfragen und herunterladen.“ [2]
Übrigens, unter „About“ [4] kann der aktuellste Export der Daten auch als JSON-Datei herunter geladen werden, derzeit 39,1 MByte. Die Datei lässt sich problemlos (nur durch Hereinziehen) ins QGIS laden, ich habe es getestet, meine Ergebnisse seht Ihr in den folgenden Screens.
Screenshot 1: Mein Test, die JSON-Datei im QGIS (fast Gesamtausdehnung)Screenshot 2: Mein Test, die JSON-Datei im QGIS (mit Zoom zur Stadt Rom)
„Die Karten im Atlas „Vom Orient zum Nucleon“ stellen die Reisen der Digedags im zeitlichen und räumlichen Kontext dar. In einer Kombination aus der Fiktion der MOSAIK-Hefte und der geografischen und historischen Realität entwarf das Team von mr-kartographie 92 Karten.“ [4]
Die FOSSGIS ist die größte deutschsprachige Anwenderkonferenz für freie Geoinformationssysteme und freie Geodaten. Für die FOSSGIS 2027 sucht der FOSSGIS e. V. einen geeigneten Veranstaltungsort. Als FOSSGIS-Mitglied und #geoObserver gebe ich diesen Call of Location [1] hiermit gern weiter. Mehr Details zum Aufruf findet Ihr im ausführlichen Call of Location PDF [2]. Übrigens, ich hätte da schon einen Idee, wie wäre es denn mal mit Halle [3]? Ich frag mal nach!
Lange, viel zu lange mussten wir dieses ominöse ESRI-Shapefile ertragen und müssen es immer noch. Weiterhin ist es der Quasi-Standard beim Geodatenaustausch, obwohl seine Nachteile oft genug öffentlich kritisiert [1] wurden. Und nun hat es sogar einen Song: „We Didn’t Start the Shapefile“ [2], gesungen nach der Melodie von Billy Joel „We Didn’t Start the Fire“ [3]. Eindeutig ein Song für die Leidtragenden 😉 Jetzt fehlt nur noch die Band, die diesen Song mit neuem Text einspielt. Los Leute, ich bau auf Euch!
We Didn’t Start the Shapefile
Verse 1 We didn’t start the shapefile It was always broken, till we tried to open We didn’t start the shapefile No, we didn’t crash it, but we had to patch it
ArcInfo, MapInfo, PostGIS and GeoJSON QGIS, Esri Pro, layers out of place – oh no! Field Maps, mobile apps, drones are flying overlap Geopackage, KML, datum’s wrong – what the hell?
Python scripts, FME, schema doesn’t match the key SDE and shapefiles fight, still not drawing left or right Coordinate transformation, EPSG frustration GDA2020? Where’s the old projection?
Chorus We didn’t start the shapefile But we hit the limit – and the lines won’t fit it We didn’t start the shapefile Though we georeferenced it, it still disconnected — Verse 2 AutoCAD, DXF, slashes in the path are wrecked Attribute domains fail, orphan records on the trail Cloud-hosted FeatureLayer, download failed? Say a prayer ArcPy, raster tiles, waiting here for hours in style
AGOL or Enterprise, sync’s down, that’s no surprise MapServer timeout, broken link, gotta reroute CRS confusion, data delusion Topology rules break, polygon’s a half-baked snake
Clip it, zip it, WFS won’t flip it Metadata’s out of date, and ISO just won’t validate LiDAR’s here, 3D boom, CityGML consumes Scene layer’s not rendering, rage-induced geo-doom
Chorus We didn’t start the shapefile It was vector madness, spatial data sadness We didn’t start the shapefile But we keep on tryin’, ‘cause the map’s still flyin’ — Bridge Web Mercator’s back again Why’s my point in Michigan? Geocoding fails again Someone call the helpdesk, man! GeoTIFF or ECW? Raster’s wrong – but what can you do? CartoCSS, Mapbox GL, Google Maps just broke as well — Final Chorus We didn’t start the shapefile Though it’s kinda tragic, there’s still GIS magic We didn’t start the shapefile No, we didn’t make it, but we won’t forsake it!
Wir haben das Shapefile nicht gestartet
Strophe 1 Wir haben das Shapefile nicht gestartet Es war immer kaputt, bis wir versucht haben, es zu öffnen Wir haben das Shapefile nicht gestartet Nein, wir haben es nicht zum Absturz gebracht, aber wir mussten es flicken
ArcInfo, MapInfo, PostGIS und GeoJSON QGIS, Esri Pro, Ebenen am falschen Platz – oh nein! Field Maps, mobile Apps, Drohnen fliegen überlappend Geopackage, KML, das Datum ist falsch – was soll’s?
Python-Skripte, FME, Schema stimmt nicht mit dem Schlüssel überein SDE und Shapefiles streiten sich, zeichnen immer noch nicht links oder rechts Koordinatentransformation, EPSG Frustration GDA2020? Wo ist die alte Projektion?
Chorus Wir haben das Shapefile nicht gestartet Aber wir sind an die Grenze gestoßen – und die Linien passen nicht hinein Wir haben das Shapefile nicht gestartet Obwohl wir es georeferenziert haben, ist es immer noch nicht verbunden — Strophe 2 AutoCAD, DXF, Schrägstriche im Pfad sind kaputt Attribut-Domänen schlagen fehl, verwaiste Datensätze auf der Spur Cloud-gehosteter FeatureLayer, Download fehlgeschlagen? Sprich ein Gebet ArcPy, Raster-Kacheln, stundenlanges Warten hier im Stil
AGOL oder Enterprise, Sync ist ausgefallen, das ist keine Überraschung MapServer Timeout, kaputter Link, muss umleiten CRS Verwirrung, Datenwahn Topologieregeln brechen, Polygon ist eine halbgare Schlange
Clip it, zip it, WFS won’t flip it Metadata’s out of date, and ISO just won’t validate LiDAR’s here, 3D boom, CityGML consumes Scene layer’s not rendering, rage-induced geo-doom
Chorus We didn’t start the shapefile It was vector madness, spatial data sadness We didn’t start the shapefile But we keep on tryin‘, ‚cause the map’s still flyin‘ — Brücke Web Mercator ist wieder da Warum ist mein Punkt in Michigan? Die Geokodierung schlägt wieder fehl Jemand sollte den Helpdesk anrufen, Mann! GeoTIFF oder ECW? Das Raster ist falsch – aber was kann man tun? CartoCSS, Mapbox GL, Google Maps sind auch gerade kaputt gegangen — Final Chorus We didn’t start the Shapefile Auch wenn es irgendwie tragisch ist, es gibt immer noch GIS-Magie We didn’t start the Shapefile Nein, wir haben es nicht geschafft, aber wir werden es nicht aufgeben!
Ich kenne natürlich die Mär von der Erde als Scheibe, aber dass es die auch als so präzise und trotzdem alberne topografische Karte names „Gleasons neue Standardkarte der Welt“ [1] gibt, war mir nicht klar. Dank Brilliant Maps weiß ich es nun. Danke! Übrigens, Alexander Gleason hat sich offensichtlich auf Grundlage seiner flachen, kreisförmigen Weltkarte ein Zeitdiagramm [3] patentieren lassen, Patent-Nr. US497917A.
Screenshot: Einer meiner Favoriten (Bildquelle [3])
Etwas im wahrsten Sinne des Wortes Schönes aus der Geowelt zum Wochenende: Die wunderbaren Karten von Agnes Denes, lt. Wikipedia„eine US-amerikanische Künstlerin. Die Konzeptkünstlerin erforscht Wissenschaften und übersetzt ihre Beobachtungen in bildende Kunst. Denes ist eine Pionierin der Landart.“ [1]. Viele Ihrer Werke befinden sich heute im Museum of Modern Art – MoMA [2], noch mehr könnt Ihr auf Ihrer Webseite [3] entdecken. Viele der faszinierenden kartografischen Werke hat sie Ende der 1970er Jahre geschaffen. Schaut einfach mal rein, es lohnt sich!