Vermutlich kennt Ihr etliche Arten von Karten, z. B. Choroplethen, Heat Maps, Isochrone, Contour oder Topografische. Aber wie viele kriegt Ihr wirklich zusammen? Auf GISGeography findet man im Beitrag „25 Map Types for Building Unbeatable Maps“ [1] fĂŒnfundzwanzig (*staunen*) davon. Interessant, Lesetipp!
Seit ca. drei Monaten versuche ich mit meinen QGIS-Plugins, dem prototypischen OD_LSA_Loader [1] und dem dann bundesweiten Nachfolger GeoBasis_Loader [2] den Zugriff zu den offenen GeoBasisDaten der LĂ€nder zu vereinfachen. Das klappt eigentlich auch ganz gut, derzeit werden immerhin 194 Geodienste der 16 BundeslĂ€nder einfach im QGIS zugĂ€nglich gemacht. Allerdings, ich hĂ€tte mir das Ganze tatsĂ€chlich deutlich einfacher vorgestellt. Immerhin, und das ist wirklich schon ein Erfolg, stehen die meisten Daten offen zur VerfĂŒgung, aber wie sie das tun, das muss man registrieren, analysieren und wirklich verbessern. Potenzial sehe ich genug! Lasst uns drĂŒber reden und kontinuierlich verbessern, wir schaffen das đ
Nun konkret, was konnte ich feststellen, wo stehen wir?
Scheinbar gibt es keine zentralen einheitlichen Verzeichnisse (oder man findet diese eben schlecht)
findet man Verzeichnisse, sind diese unterschiedlich strukturiert, die richtige URL zu finden, erscheint mitunter recht schwierig
Informationen ĂŒber die Dienste sind teilweise erfasst, viele Zuarbeiten der Community fĂŒhrten deutlich weiter, aber sind eben auch nicht immer vollstĂ€ndig
die URLs der GeoDienste Àndern sich in einigen BundeslÀndern derzeit recht hÀufig, viel öfter als ich es erwartet hÀtte, warum eigentlich?*
Bei verfĂŒgbaren, inhaltlich gleichen Diensten gibt es z. T. erhebliche Unterschiede zwischen den BundeslĂ€ndern bzgl.:
Symbolisierung der Layer
Sichtbarkeit der Layer in verschiedenen MaĂstĂ€ben
Layerstruktur (mal zusammen, mal als einzelne Themen)
Mengenbegrenzung (WFS)
Angebote nicht vollstÀndig
Zugriffszeiten variieren teilweise sehr stark und sind mitunter weit von der 3-Sekunden-Forderung von INSPIRE entfernt
Nicht alle Daten werden wirklich als Open Data, also frei angeboten, teilweise sind die Dienste passwortgeschĂŒtzt (hier bringt hoffentlich HVD an 9.6.2024 eine Verbesserung?)
Benutzung unterschiedliche Dienste-Server (GeoServer, MapBender, MapServer, ArcGIS-Server, âŠ) mit unterschiedlichen AusprĂ€gungen und Empfindlichkeiten bzgl. der Parameter
Unterschiedliche UnterstĂŒtzung in D gĂ€ngiger Projektionen (EPSG)
Daraus lÀsst sich folgendes Verbesserungspotenzial ableiten:
Harmonisierung, zentrale Pflege und Bereitstellung einer einheitlichen Liste z. B. als offene JSON-Datei sind sinnvoll oder die Möglichkeit die Systeme der LĂ€nder einheitlich abzuernten, um dann selbst eine einheitliche Quelle fĂŒr die QGIS-Integration vorzuhalten
LangzeitstabilitĂ€t bei den URLs (man sollte sich auch ĂŒber lĂ€ngere ZeitrĂ€ume auf die GĂŒltigkeit einer Geodienst-URL verlassen können, sonst hört die Sucherei ja nie auf)
Es sollten vereinheitlicht werden:
Parameter der Dienste-URLs
Symbolisierung der Layer (Vorbild könnte hier basemap.de sein!)
MaĂstabsgrenzen der Layer
Layerstruktur in der DB-Struktur UND Granulierung (z. B. âALKIS-TatsĂ€chliche Nutzungâ in einen gemeinsamen Layer oder in pro Nutzung einzelne Layer ggf. einer Layergruppe)
UnterstĂŒtzte Dienste-Versionen 1.x, 2.x (WMS, WFS, WMTS), man sollte sich auf einen Mindeststandard einigen
UnterstĂŒtzte Projektionen auf alle in D ĂŒblicherweise genutzten
Alle eingestellten URLs sind vor Veröffentlichung im QGIS auf KonnektivitĂ€t, Symbolisierung, MaĂstabsgrenzen und Layerstruktur sowie Identifizierbarkeit zu testen
„Wir freuen uns, bekannt geben zu können, dass die EuropĂ€ische Weltraumorganisation (ESA) unseren Vorschlag „Echtzeit-Zusammenarbeit und gemeinsame Bearbeitung fĂŒr GIS-Workflows mit Jupyter und QGISâ finanziert.“ und „Ziel des Projekts ist es, solide Grundlagen fĂŒr eine vielseitige webbasierte BenutzeroberflĂ€che fĂŒr ArbeitsablĂ€ufe in Geographischen Informationssystemen (GIS) zu schaffen. Es wird mehrere Komponenten umfassen, darunter eine JupyterLab-Erweiterung fĂŒr die gemeinsame Bearbeitung von QGIS-Projektdateien und die Integration dieser APIs in das Jupyter Notebook.“ [2]
đ Great news for the #GIS and #Jupyter communities! The @ESA is funding a project by @QuantStack and @simula_research to bring collaborative editing to GIS workflows in JupyterLab. Let's explore new ways of working with geospatial data! đ https://t.co/LGtjSVNHgo
Das Jupyter-Projekt [3] besteht aus einer Sammlung von „Softwareprodukten fĂŒr interaktive wissenschaftliche Datenauswertung und wissenschaftliche Berechnungen. Der Name Jupyter bezieht sich auf die drei wesentlichen Programmiersprachen Julia, Python und R“ [4]
Das Thema DataViz & Verantwortung hatten wir schon mal in [1], die jĂŒngste Europawahl lĂ€sst es wieder aktuell werden. Die neuen Beispiele mit der Ergebnis-PrĂ€sentation aus Frankreich und Deutschland zeigen erneut deutlich, wie eine ungĂŒnstig gewĂ€hlte Darstellung (hier die Chorophleten) das eigentliche Ergebnis scheinbar total verĂ€ndert, ohne das jemand irgendein Datum manipuliert hat. Also Leute, werdet Eurer Verantwortung bei der rĂ€umlichen Datenvisualsierung gerecht! Danke Christoph Pahmeyer (@chrispahm) und Karim DouĂŻeb (@karim_douieb)!
Land doesn't vote, people do! French edition. đłïž
Each municipality was transformed into a dot, with the area of the dot proportional to the number of voters đ a more accurate representation of voting patterns. Nonetheless, right-wing support đ€ remains concerning. pic.twitter.com/8r0OwXcEX4
Seit gestern vormittag (12.06.2024) ist die Version 0.6 des QGIS-Plugins GeoBasis_Loader [1] im QGIS Plugin Repository [2] frei gegeben. Neu sind die Einbindung der Daten fĂŒr Bayern, Rheinland Pfalz und Niedersachsen, teil- und glĂŒcklicherweise auch bedingt durch das Inkrafttreten der EU-DurchfĂŒhrungsverordnung fĂŒr HVD, High Value Datasets [3]. Mit v0.6 werden derzeit 194 freie WMS, WMTS und WFS unterstĂŒtzt, Ihr spart Euch also jede Mange Arbeit beim Finden und Einbinden der GeoDienste ins QGIS đ
Screenshot: GeoBasis_Loader v0.6 â hier Torfhaus im Harz
Weitere Details zum GeoBasis_Loader findet Ihr immer in [1], z. B. die Versionshistorie [4], die Statustabelle [5] und Statuskarte [6] sowie den FAQs [7]. Installation und Updates werden wie gewohnt ĂŒber die QGIS-Bordmitteln realisiert.
Via Tweet [1] gab uns Toto Fiandaca den Tipp, mal das QGIS-Plugin „Map Swipe Tool“ [2] anzuschauen. Ich hab’s gemacht, cool, nie war es einfacher, zwei Layer quasi OnTheFly zu vergleichen, hier mein Test:
Screenshots: Map Swipe Tool in Aktion, horizontal und vertikal geteilt
ErgÀnzung: Ivo Partschefeld alias @PyQgis hat dazu auch schon vor einiger Zeit ein Youtube-Video [3] gemacht:
Wer wissen möchte, wie sich die groĂe Menge von seismischen AktivitĂ€ten in unserem Erdmantel eindrucksvoll in 3D visualisieren lĂ€sst, der sollte sich mal die GIS-App seismic-explorer [1] anschauen. Der Tweet [2] verspricht stundenlangen SpaĂ, ich kann es nachvollziehen, hier meine Versuche im erdbebenreichen Gebiet in Indonesien:
Check out this excellent GIS app that allows you to explore in 3D the Wadati-Benioff zone & other seismic patterns in the mantle. Could be used either as teach from the front by pupils. Hour of endless fun with this GIS app!https://t.co/t1t3TpjblTpic.twitter.com/sN19r9DHPS
Könnt Ihr Euch vorstellen, in welche Richtung es mit dem GIS so wir es heute kennen in Zukunft weiter geht? Was wĂ€ren so Eure Ideen? Linda Stevens, eine (Geo-)Frau, die GIS auf vielen Ebenen denkt, hat in ihrem LinkedIn-Artikel „GIS Dissolves into the Matrix“ [1] versucht, einige Szenarien zu beleuchten. Hochinteressant, teilweise erstaunlich, aber nicht unrealistisch. In jedem Fall meine unbedingte Empfehlung zum Lesen, vielleicht fĂŒr das kommende Wochenende? Ich spoilere hier ausdrĂŒcklich nicht, und sage nur LESEPFLICHT und DANKE Linda!
Seit gestern ist die Version 0.5 des QGIS-Plugins GeoBasis_Loader [1] im QGIS Plugin Repository [2] frei gegeben. Neu sind die Einbindung der Daten fĂŒr Hamburg und ein Code-Fix fĂŒr Ă€ltere QGIS 3.x -Versionen. Mit v0.5 werden derzeit 183 freie WMS, WMTS und WFS unterstĂŒtzt, Ihr spart Euch also viel Arbeit beim Finden und Einbinden der GeoDienste ins QGIS đ
Screenshot: GeoBasis_Loader v0.5 â hier die „Elphi“, die Hamburger Elbphilharmonie in der Hafencity
Mit der v0.5 kann auch der 1000. Download gefeiert werden. Danke und weiter so!
Scrennshot: v0.5 im QGIS inkl. dem 1000. Download
Weitere Details zum GeoBasis_Loader findet Ihr immer in [1], z. B. die Versionshistorie [3], die Statustabelle [4] und Statuskarte [5] sowie den FAQs [6]. Installation und Updates werden wie gewohnt ĂŒber die QGIS-Bordmitteln realisiert.